osternacht

Osternacht: DIE HEILIGE NACHT der Christinnen und Christen
Die Liturgie der Osternacht, zu deren Mitfeier wir Sie über Internet oder Fernsehen ermutigen, ist gefüllt mit Zeichen, Worten und Gesang. Alles Unerträgliche der vergangenen Tage will sich lösen.


Bibeltexte:
1. Lesung: Gen 1,1–2,2
2. Lesung: Gen 22,1–18
3. Lesung: Ex 14,15–15,1
4. Lesung: Jes 54,5–14
5. Lesung: Jes 55,1–11
6. Lesung: Bar 3,9–15.32–4,4
7. Lesung: Ez 36,16–17a.18–28
Epistel: Röm 6,3–11
Evangelium: Lk 24,1–12

Die beiden Gottesdienste an Heiligabend und in der Osternacht möchten als Feiern wahrgenommen werden, die vom Dunkel in den Tag münden. Geburts- und Erlösungsfest sollen einen Neubeginn symbolisieren.
Als Christinnen und Christen geht es dabei nicht darum, auf einen Neubeginn zu warten – es geht darum, einen Neubeginn mitzugestalten. Eventuell ist die momentane Lage zusätzlicher Ansporn, Neues zu wagen.

Die Osternachtsliturgie fordert heraus! In ihrer dichten Gestaltung will sie Lichtfeier, Wortgottesdienst, Tauffeier/Tauferneuerung und Eucharistiefeier in einem einzigen Geschehen zusammenfassen. Christinnen und Christen sollten sich dies immer wieder in Erinnerung rufen. Wir sind nicht Besucher*in, Mitarbeiter*in, Vorsteher*in, Ministrantin*in, Präsident*in, usw… Wir sind Teil eines Geschehens, das im Gange ist und das wir selbst sind. Mitwirkender Mensch zu sein, steht im Zentrum – egal, an welchem Platz wir uns gerade befinden. Kein Wunder also, dass uns diese Nacht herausfordert. Ist es gar verständlich, wenn uns diese Nacht in der aktuellen Situation überfordert?
Diese zeitweilige Überforderung ist genau dies, was uns die Nacht abnehmen will. Als Feier will sie in ihrer Gesamtheit ausdrücken, wie sich knisternde Reibung verschiedener Gegensätze lösen kann. Bilder von Nacht und Tag, Trauer und Freude, Hass und Liebe, Krieg und Frieden, Tod und Leben stehen in einem scheinbar unauflöslichen Kampf. Diesen auflösen zu wollen, überfordert Menschen. Das war zur Zeit Jesu so und das ist bleibend aktuell – ganz besonders dieses Jahr! Die Osternacht will nicht eine Feier des Trostes sein. Sie zielt darauf ab, Menschen in das Geschehen hineinzunehmen, um gemeinsam Tag, Freude, Liebe, Frieden und Leben für Menschen zu sein. Dieses Miteinander ist es, das eine beängstigende Überforderung in ein erlöstes, gemeinsames Vorangehen wandeln kann.

Mit dem Segen in der Osternacht endet die Liturgie, welche mit dem Kreuzzeichen der Abendmahlsmesse am Hohen Donnerstag begonnen hat. Aus diesem Grund werden an Karfreitag und Karsamstag die Feiern weder mit dem Kreuzzeichen eröffnet, noch mit einem Segen abgeschlossen.
Wussten Sie, dass die Feier der Osternacht ab dem 14. Jahrhundert bis ins Jahr 1952 auf den Karsamstag-Morgen verlegt war? Dieser Fehler (aus liturgischer Sicht) wurde durch Papst Pius XII. erst 1951 korrigiert.

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Die Taufe, das ewige Prägemahl.
Gedanken zur Tauferneuerung in der Feier der Osternacht

Meditation 
in ökumenischer Verbundenheit:

Es ist dunkel in dieser Nacht.
So dunkel und still wie an jenem Morgen, an dem die Frauen damals in Jerusalem zum Grab gingen. Zum Grab, in dem mit Jesus ihre Wünsche und Hoffnungen, Pläne und Erwartungen begraben waren.

Was geschieht in dieser Nacht?
Auf Strassen und Gassen.
In Wohnungen, Zimmern und Zellen.
Was durchleben Menschen in dieser Nacht?
In Spitälern, auf Intensivstationen, in Heimen.
Wonach sehnen sich Menschen in dieser Nacht?
Hier bei uns und an vielen Orten dieser Welt.

Doch es ist nicht nur dunkel in dieser Nacht.
Vom Werden und Wachsen hören wir – von Gottes Anfangen – seinem unaufhörlichem Anfangen mit uns. 
Vom Aufbrechen hören wir – aus Ägypten – in eine ungewisse Zukunft.
Vom neuen, lebendigen Wort hören wir – das neue Licht hat in Bethlehem die Nacht erhellt.

Von der Botschaft der Engel am Grab hören wir in dieser Nacht:
Fürchtet euch nicht.
Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten?
Er ist auferstanden.
Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten?
Er ist nicht hier.

Gebet 
in ökumenischer Verbundenheit:

Meine Augen sehen:
Ein Grab ist ein Grab,
vorbei ist vorbei,
tot bleibt tot.

Mein Herz ahnt
in den spärlichen Zeichen die Vollendung,
im Blühen des Holunders die Ewigkeit,
im Hier den Himmel
und im anbrechenden Morgen das Abendlob.

Christus ist auferstanden.
Sein Licht strahlt über der Erde.
Sein Licht leuchtet in dir.
Amen.