KARSAMSTAG

Was ist eigentlich zwischen Karfreitag und Osternacht? Nichts? Ist es hell oder dunkel? Noch Nacht oder schimmert bereits Licht durch? Sie sind herzlich eingeladen, sich diesen Fragen zu stellen. Passt nicht gerade der Karsamstag ganz besonders in dieses Jahr? Sind wir als Menschen und als Gesellschaft zurzeit nicht von einer Not umfangen, die eine ungewisse Zukunft mit sich bringt?



Bibel:
Jer 11,18-12,6  
Jer 15,10-21  
Jer 17,12-18  
Jer 18,18-23 
Jer 20,7-18

Das Gefühl der Ungewissheit ist nicht neu. Zu allen Zeiten haben sich einzelne Menschen, Gruppen oder grössere Gemeinschaften mit ungewissen Situationen beschäftigt. Es hilft Menschen, über Ängste und Ungewissheit zu reden, um damit eine Besserung der Situation zu erreichen. Für Christinnen und Christen war der Karsamstag in der Tradition Tag der „Lamentationen“ (Wehklage, Klagerufe). Mit den Texten aus den Klageliedern des Propheten Jeremia finden sich hochstehende Beispiele hebräischer Dichterkunst in der Heiligen Schrift.


In gewisser Weise ist das „Mensch-sein“ Gottes an Karsamstag am dichtesten sichtbar. Hans Holbein der Jüngere hat mit seinem Gemälde „der Leichnam Christi im Grabe“ (1521/22) eine Darstellung des „toten“ Jesus geschaffen, die den Betrachter*in auffordert, ins Detail zu schauen. Nehmen Sie sich die Zeit: Zuerst für den ganzen Körper, dann für die Füsse, die Hand, die Seite und den Kopf. Karsamstag - das Bild - die momentane Situation – alles sind Herausforderungen.



(Bild: Kunstmuseum Basel)

(Mit Erlaubnis: Bild: Kunstmuseum Basel)

Meditation:

Ende oder Anfang?

der Tod – Ende irdischen Lebens

Trauer wird maximal sichtbar am leblosen Körper

gefangen von Trauer sind erste Hoffnungsschimmer da

Gelöstheit? von Krankheit, Schmerz und Angst

Erlösung ist uns zugesagt: durch den Tod des Sohnes

der Tod – Anfang ewigen Lebens



Gebet:

Herr, dein Mensch-sein wird besonders am heutigen Tag sichtbar.

Du liegst da.

Oft haben wir den Eindruck, dass du da liegst.

Lass uns in diesen Stunden erkennen, dass du nicht da liegst, sondern

da bist.

Dein Da-sein wird den heutigen Tag überdauern.

Begleite uns im Warten auf das Licht, das keine Nacht mehr kennt.

Amen.



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