PSALM 90

IN DER ÜBERSETZUNG VON HUUB OOSTERHUIS

Siebzig Jahre währt unser Leben, wenn wir stark sind achtzig. 

Das meiste ist Mühe und Pein, und plötzlich sind wir dahin. Ist das Erbarmen, Liebe und Treue? Gib Antwort, stürmischer Gott. 

Ich zähle meine Tage – wie lange noch? Ich will ein weises, friedvolles Herz. 

Wie lange noch warten auf Antwort, unerwartete grosse Liebe. 

Ich will wach werden früh am Morgen und wissen, dass es dich gibt. Ich will glücklich sein mit dir jeden Tag, nie mehr nicht. 

Mach mich ebenso viele Tage glücklich, wie ich unglücklich gewesen bin jahrelang, ohne dich. 

Lass mich wissen: Umfasst dein Erbarmen auch unsere Kinder – wie geht das? 

Du, einzig Wahrer, gib Kraft und Bestimmung den Werken unserer Hände, dass sie von Bestand sind. Gib Richtung dem Werk meiner Hände.

GEDANKEN

Der Beter in Psalm 90 ist ungemein ehrlich. Er ist ungeduldig. Er will Bestätigung. Er will Sicherheit. Er will gehört werden. Der Beter weiss aber auch, dass er es allein nicht richten kann. Er ist nicht der Herr des Lebens. Er ist ein Empfangender. So wie auch wir Empfangende sind. Der Beter hat, wie es scheint, viel mit uns Heutigen gleich. Letzendlich wissen auch wir, dass wir nicht alles vermögen und nicht alles bestimmen können, selbst wenn eine wachsende Zahl Menschen, sich das wünscht und für sich in Anspruch nimmt. Wer kennt sie nicht, die Sorge um die Kinder oder die Liebsten? "Umfasst dein Erbarmen auch unsere Kinder?" Das Beste aus den Tagen zu machen, die mir geschenkt sind. Dazu will uns der Psalmist ermutigen. Und heute ist ein guter Tag, damit zu beginnen. Die Fastenzeit und jeder einzelne Tag gibt uns die Möglichkeit, es anders zu tun, besser zu tun, ohne uns zu über-fordern. Denn der Herr gibt uns die Kraft dazu.