PSALM 23

IN DER ÜBERSETZUNG VON JOSUA BOESCH | Züritüütsch

ER isch miin hirt, iich chume nöd z chuurz. ER laat mi wäiden im saftige graas und füert mia as wasser, won i cha trinke und won i cha uusrue.

Deet git er mer d seel wider zrugg, das i d wääg wider finde hinderem drii. ER wott mi ganz nööch bi siich haa.

Und wän i mues dur es tobel duuregaa, wo do tood luuret im tunkle, iich füürchte mi nöd vor em bööse. DU bisch ja bii mer, diin hirte-stock isch mer en trooscht.

DU füersch mi sogaar vor mine find an teckte tisch und läisch mer d hand uf de chopf und schänksch mer d bächer randvolen ii.

Jaa, liebi und güeti tüend mi begläite taag uus und taag ii, s ganz läbe.

Und zletscht chumi häi zu DIR i DIS ghäimnis für imer.

GEDANKEN

Immanuel Kant hat einmal gesagt: „Alle Bücher, die ich gelesen habe, haben mir den Trost nicht gegeben, den mir dies Wort der Bibel gab: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln." 

Psalm 23 ist einer der meist zitierten Psalmen. Ein Psalm mit einer dichten Bildersprache, auch wenn Hirten und Schafe nicht mehr zu unseren Alltagsbildern gehören. Trost wünschen wir uns für die Zeit unseres irdischen Lebens. Dann, wenn wir uns alleine fühlen, verlassen oder überflüssig. Trost wünschen wir uns, wenn wir den Eindruck hätten, wir würden wie ein verlorenes Schaf durch die Zeit laufen. Trost wünschen wir uns für liebe Menschen, die keine Ruhe finden in ihrem Leben. Trost spendet dieser Psalm aber über alles Irdische hinaus, wenn es da heisst: Und zletscht chumi häi zu DIR i DIS ghäimnis für imer. Ja, es ist und bleibt das grosse Geheimnis. Ein Geheimnis, welches wir ab und an gelöst haben möchten, auf dessen Auflösung wir aber geduldig warten müssen.