WO KANN ICH BETEN

Es gibt kein Richtig oder Falsch auf diese Frage. Das wichtigste ist, dass man sich wohlfühlt, beheimatet, verstanden, dort, wo man betet. Für viele ist das eine Kirche. Jeden Montag in der Fastenzeit finden Sie in allen fünf Pfarrkirchen der Seelsorgeeinheit Gossau ein Gebet bei den Opferkerzen. Sie sind eingeladen, dieses voll Vertrauen zu beten. Das Wissen, dass dieses Gebet vielleicht in diesem Moment auch jemand anders betet, verbindet uns noch stärker. Eine Verbindung, die wir besonders in dieser Zeit geniessen können.

ES GEHT WEITER

Alles, was man über das Leben lernen kann, ist in drei Worte zu fassen: «Es geht weiter». Es geht weiter, weil du Gott mich hältst, weil du noch mehr mit mir vorhast, weil du mir die Perspektive schenkst. Ich darf es mir dennoch nicht zu einfach machen, denn ich bin nicht unverantwortlich für das, was mir geschieht. Aber, lieber Gott, du und ich, wir sind ein starkes Team. Amen.

DAS GUTE IN UNS

Gott, du hast die Menschen erschaffen, wie wir sind. Mit unseren Ecken und Kanten, mit unseren Fehlern und Vorzügen. Du hast uns so gemacht, dass wir streiten können. Aber auch so, dass es einen Raum gibt für die Versöhnung. Wo du unsere Aggressionen festgemacht hast, sitzt auch ein Lachen. Und die Wut im Bauch hat noch ein gutes Gefühl für den anderen. Lass das Böse nicht zu mächtig werden in uns. Hilf dem Guten zur Entwicklung durch uns, damit die Menschen an unserer Seite leben und lieben können. Amen.

GOTT DER WANDLUNG

Guter Gott, du bist ein Gott der Wandlungen: Du verwandelst Gefangenschaft in Freiheit, Hoffnungslosigkeit in Zuversicht, Leid in Freude und den Tod zum Leben. So stehen wir nun dir gegenüber in unserer Bedürftigkeit nach Verwandlung. Wir vertrauen darauf, dass du, Gott der Wandlung, mit uns etwas tun kannst, etwas verändern und verwandeln kannst. Wir bitten dich: Verwandle uns, die wir uns selbst vor dich bringen. Amen.

IN DIR

Herr, diese Zeit ist eine Einladung an mich, bei mir einzukehren, in meine Mitte zu kommen. Herr, alles fällt von mir ab. Nichts mehr ist wichtig. Ich bin da und ich spüre mich. Gedanken kommen und gehen. Ich bin da. Sie gehen durch mich hindurch. Ich lasse los. Ich horche und schaue, werde empfindsam für das Leben. Ich bin da und ahne dich. Ich bin da. Ich bin im Leben, lebe den Augenblick. Ich bin vor dir, in dir, mit dir, aus dir. Amen

HOFFNUNG

Gott, du bist bei uns und gehst uns auf unseren Wegen voran. Gib uns den Mut und die Hoffnung, immer wieder für andere da zu sein und ihnen beizustehen, wenn sie mutlos, blind, taub, gelähmt oder hilfsbedürftig sind. Schenke uns durch andere Menschen und die Schönheit der Welt immer wieder Zeichen. Zeichen, die uns auf diesem Weg helfen und uns Hoffnung und Lebensfreude schenken. Amen.

EIN GESICHT

Guter Gott, ich möchte ein Gesicht haben. Du kannst mir eines schenken. Mein Gesicht soll ausdrucksvoll und unverwechselbar sein. Es soll meine Visitenkarte sein. Ein Spiegel meiner Person, meiner Gefühle und Stimmungen. Das wünsche ich mir. Herr, schenke mir ein Gesicht. Es soll leuchten und andere froh stimmen, es soll aber auch widerspiegeln, wenn es mir nicht gut geht. Es soll «Ich» sein und eine Brücke zum «Du», zum anderen bauen. Es soll das Ebenbild Gottes sein. Herr, öffne mir die Augen, ich möchte sehen und angesehen werden. Dein Bild leuchtet in meinem Gesicht. Amen.