(Heim)Exerzitien sind geistliche Übungen, die Menschen in der Struktur des Alltags zu Besinnung und zu einer Begegnung mit Gott führen sollen. Art, Gestaltung, Gruppengrösse oder auch Dauer sind in dieser Frage nicht zentral – es geht primär darum, sich näher in Gottes Gegenwart zu stellen.

Grundlegende Elemente, welche einzeln oder in Kombination praktiziert werden, sind Gebet, Meditation, Schriftlesung, Fasten, Schweigen, Gespräche, körperliche oder künstlerische Betä-tigung sowie andere Möglichkeiten.

Das Thema Fasten/Verzicht kann im Rahmen von Exerzitien ein wichtiges Element sein. Gerne kombinieren Sie die beiden Themen frei miteinander. Fokus dieses Kapitels ist jedoch die geistliche Annäherung zu Gott.

WIE KANN DAS GELINGEN?


Sollten Sie sich das Ziel setzen, in 40 Tagen ein Diplom als Konzertpianist*in zu erlangen, wird Ihnen dies wohl so wenig gelingen, wie wenn Sie sich zum Ziel setzen, am Ostersonntag zwei Stunden im Handstand verbleiben zu können.

[Ziel: Aussage über einen angestrebten Zustand in der Zukunft, welcher durch entsprechendes Verhalten erreicht werden soll.]


Die Gretchenfrage dreht sich nun ganz um die Festsetzung des Ziels, welches Sie in der von Ihnen festgelegten Zeit erreichen möchten und den entsprechenden Übungen, wie Sie zu diesem Ziel kommen. Setzen Sie Ihr Ziel zu hoch (Konzertdiplom), fehlt es Ihren Übungen an Erfolg. Setzen Sie Ihr Ziel hingegen zu tief, so berauben Sie sich Ihrer selbst definierten Übung. Setzen Sie sich also ein erreichbares Ziel, welches für Sie unter Einhaltung der Übungen eine motivierende Herausforderung darstellt.

SIE SIND NICHT ALLEIN! ERINNERN SIE SICH IMMER WIEDER DARAN, DASS GOTT SIE SUCHT!!!

Dies ist ganz besonders an Tagen wichtig, an denen Ihre Exerzitien ins Stocken geraten. Dies wird durch die Einbindung in den Alltag auch während der Zeit Ihrer Exerzitien von Zeit zu Zeit Realität sein. Ein Ziel zu erreichen, ist begleitet von der Tatsache, dass die Phasen der Übung von kleineren oder auch grösseren Rückschlägen begleitet werden. Verlieren Sie besonders dann Ihr Ziel anivht us den Augen. Erinnern Sie sich immer wieder daran, dass Exerzitien nichts zu tun haben mit Hausaufgaben, welche Sie später jemandem zur Kontrolle vorlegen müssen. Exerzitien sollen für Sie ein Geschenk sein, in dessen Verpackung die Begegnung mit Gott, sich selbst und Ihren nächsten Mitmenschen, zu finden ist.

WIE GESTALTE ICH?

In der Festlegung Ihrer Struktur sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen. Wenn immer möglich soll Ihr selbst definierter „roter Faden“ über die Dauer der Zeit unverändert bleiben.

[Definition Struktur: Gefüge, das aus Teilen besteht, die wechselseitig voneinander abhängen; in sich strukturiertes Ganzes.]

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