Pfingstnovene

Novenen sind Gebete, die über einen Zeitraum von neun Tagen (lateinisch: novem = neun) gebetet werden. Sie dienen vor allem der Vorbereitung auf ein wichtiges Ereignis, tragen eine wichtige Fürbitte vor Gott und sind mit der Hoffnung auf besondere Gnaden verbunden. 
Nach der Himmelfahrt Jesu verbrachten die Jünger mit Maria und den anderen Frauen neun Tage miteinander im Gebet, bis sie zu Pfingsten den Heiligen Geist empfingen. Der Heilige Geist ist die Seele der Kirche. Durch ihn besteht und erneuert sie sich. In diesem Anliegen der Erneue-rung trug Papst Leo XIII. vor über 100 Jahren die Pfingstnovene als Gebet zum Heiligen Geist der ganzen Kirche auf. 
So ist es auch heute vielerorts üblich, dass Gläubige miteinander, beginnend am Freitag nach Auffahrt bis Samstag vor Pfingsten, eine Novene beten, und um die Gaben des Heiligen Geistes bitten.
Der Heilige Geist zeigt sich in seinem vielfältigen Wirken. In den Gaben erkennen wir den Geber. In den Gaben gibt sich der Geber. Er ist kein „Etwas“, sondern die DRITTE GÖTTLICHE PERSON der DREIFALTIGKEIT, also ein „Jemand“, der wie Vater und Sohn im Gebet angesprochen wird. Er wirkt so, wie wir es brauchen: Den einen bringt er Kühlung, den ande-ren Wärme. Ersehnen wir sein Kommen! Lassen wir ihn nach seinem Ermessen wirken! Bitten wir ihn: „Komm, Heiliger Geist!“
Je offener wir sind, desto mehr kann der Geist kommen. Wir müssen mit unserem ganzen Sein zu Bittenden werden, damit der Geist kommen kann.

Wir beten dieses Jahr besonders um die Ausgiessung des Heiligen Geistes in unsere Familien, Pfarreien und unser Land, dass bei uns die Früchte des Heiligen Geistes heranreifen, dass er uns heilen möge. 

Tägliches Gebet 22.-30. Mai 
(Pfingstnovene):

1. Kreuzzeichen 
2. Pfingstsequenz 
3. Ein Gesätz des Rosenkranzes:
„Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat.“
4. Gebet des Hl. Papst Johannes Paul II.
5. Vater unser

Gebet zum Heiligen Geist:

Komm, Heiliger Geist, Du Vater der Armen, 
Du Spender der Gnaden, Du Licht der Herzen, 
Du bester Tröster, Du lieber Gast der Seele, 
Du sanfte Ruhe! Innig bete ich zu Dir: Reinige, erfrische und heilige meine Seele. Verleihe mir Deine Gnade, reiche Tugend, ein frommes Leben, ein heiliges Sterben und die ewige Freude des Himmels. Voll Vertrauen bitte ich Dich inständig: Schenke mir immer mehr Dein Licht und entzünde mich mit Deiner Liebe.
Gott Heiliger Geist, den ich so oft betrübt und zurückgewiesen habe, of-fenbare mir Deine Persönlichkeit, Deine Gegenwart, Deine Macht. Schenke mir die Gabe der Weisheit und des Verstandes, des Rates und der Stärke, der Wissenschaft, der Frömmigkeit und der Furcht Gottes.
Giesse aus Deine Liebe in mein Herz. Gib mir einen Strahl Deines heiligen Lichtes, einen Funken Deines heiligen Feuers. Lasse mich ganz in Deiner göttlichen Liebe versinken, damit in mir alle Makel der Sünde ausgelöscht werden. Ziere mich mit Deinen 12 Früchten und lasse mich in Dir leben und sterben und ewig glücklich werden. Amen.
(Papst Johannes Paul II. zum Jahr des Hl. Geistes)



Die Pfingstsequenz 
"Veni Sancte Spiritus"

Komm herab, o Heil'ger Geist, der die finstre Nacht zerreisst,
strahle Licht in diese Welt.
Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.
Höchster Tröster in der Zeit, Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not.
In der Unrast schenkst du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.
Komm, o du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.
Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem giesse Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.
Gib dem Volk, das dir vertraut, das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.
Lass es in der Zeit bestehn, deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit. Amen.